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"Es ist angerichtet"
Theater-AG des Johanneums serviert Theater-Menü

Es ist angerichtet" -

Theater-AG des Johanneums serviert Theater-Menü

Gut besucht trotz des am gleichen Abend stattfindenden Fußballspiels Deutschland -Österreich war die Aufführung eines  „Theater-Menüs",  das die Theater-AG der Unterstufe des Gymnasiums Johanneum am Montagabend „auftischte". Die Speisenfolge dieses schauspielerischen Potpourris  unter dem Motto „Es ist angerichtet"  bestand in einer Abfolge unterschiedlicher Spielszenen, welche die Schülerinnen und Schüler zusammen mit dem Leiter der Theatergruppe, Oberstudienrat Heiner Werner, überwiegend selbst geschrieben und erarbeitet hatten. Voll Spielfreude und nicht ohne Stolz präsentierten sie ihrem Publikum die „Welturaufführung" ihres Werks, das sich durch Abwechslung und Kurzweil auszeichnete und dennoch nicht ohne Tiefgang war.

 

Die Spielszenen wechselten zwischen der Darstellung von grotesk übersteigerten Alltagssituationen und Situationskomik hin zu Szenen, in denen die jungen Schauspieler allein durch symbolhaftes Spiel-Handeln und durch die Einnahme exemplarischer Spielhaltungen auch ohne viel Text nachdenklich machende Geschichten über Solidarität, Ausgrenzungen und unfreiwillige Haltepunkte auf dem menschlichen Lebensweg erzählten. Besonders eindrucksvoll war dabei die von der Theatergruppe selbst entwickelte Szene „Beton und Bau", die sich ursprünglich aus der Faszination des Regisseurs Heiner Werner für die klangliche Qualität des Wortes „Betonmischmaschine" entwickelte. Ausgehend von dem Versuch, die Phonetik und den Inhalt dieses Wortes spielerisch umzusetzen, erarbeiteten die Jugendlichen eine temporeiche Spielszene über den Auf- und Abbau trennender Hindernisse zwischen Menschen. Die Handlung wurde dabei unterstützt durch einen Text, der mit seiner gehäuften Verwendung von Wörtern mit „au"-Laut („Keine Trauer wegen Mauer, Mauerklauer, Mauerbauer") auch das lustvolle Experimentieren mit Sprache effektvoll nutzte.

 

Geschickt war der Einsatz von Kostümen bei diesem Theater-Menü: Indem alle Schauspieler dunkle Alltagskleidung als Basis trugen, entstanden nur durch den Einsatz einzelner Accessoires ganze Kostüme. So ließ bereits die Krawatte in dem Sketch „Temposchuh" einen Büro-Anzug vor dem Auge des Betrachters entstehen; um einen Igel optisch zu kennzeichnen, reichte eine Handvoll Wäscheklammern am T-Shirt.

 

Lebendiges Latein zeigte die Aufführung der bekannten Geschichte vom Hasen und Igel in lateinischer Sprache, der man aufgrund der überzeugenden pantomimischen Darstellung der jungen Schauspielerinnen problemlos zu  folgen vermochte. Auch der „Genitivus partitivus" ließ sich in einer Minispielszene humorvoll verdeutlichen.

 

Ausgelassener Höhepunkt des Abends war jedoch der bekannte Sketch „Studio 13", bei dem die selbstverliebte Medienpräsenz sogenannter B-Prominenz durch entsprechende Verballhornung bekannter Namen ins Lächerliche gezogen wurde („Heiner Bauterlach"). Die immer gleichen Handlungen seichter TV-Serien wurden dabei  herrlich albern als Klischees entlarvt, indem die Regie-Einfälle des TV-Regisseurs spielerisch ad absurdum geführt wurden: Tragik sollte z. B. durch beständiges Weinen aller Schauspieler entstehen und erzeugte auf diese Weise beim begeisterten Publikum natürlich ausschließlich Komik. In dieser Szene konnten sich die schauspielerischen Talente der jungen  Spieler besonders entfalten und sorgten für Lachtränen und Szenenapplaus beim Publikum. Fazit: Ein rundum gelungener Theater-Abend.