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Der kleine Tag
Musical

„Dies ist Deine Zeit, dies ist Dein Leben!" -

Begeisternde Musicalaufführung des Unterstufenchores am Gymnasium Johanneum

 

Ein großer, ein bedeutsamer Tag zu werden, das ist das Ziel des „kleinen Tages", der Hauptfigur des gleichnamigen Kindermusicals von Rolf Zuckowski. In der Hierarchie aller Tage im Reich der Ewigkeit genießen nämlich diejenigen Tage das höchste Ansehen, an denen sich etwas Bedeutsames für die Menschheit ereignet hat. Als dann der kleine Tag an einem 23. April endlich an einem Lichtstrahl auf die Erde reisen darf, entwickelt er sich jedoch zu einem Tag, an dem die Menschen zwar viele persönlich schöne Erlebnisse haben, an dem jedoch nichts Weltbewegendes passiert, das ihn wie erhofft in die erste Reihe zu den wichtigen Tagen der Menschheit befördern würde. „Es war nichts los an deinem Tag, schon morgen hat man dich vergessen", verhöhnen die wichtigen Tage daher ihren kleinen Artgenossen, als dieser von seiner Erdenreise zurückkehrt und begeistert Bericht erstatten will. Traurig ob seiner eigenen Bedeutungslosigkeit zieht sich der kleine Tag frustriert zurück. Dies ändert sich erst, als ein Jahr später verkündet wird, dass die Menschen von nun ab den 23. April als einen Feiertag begehen wollen, weil sie nämlich im Nachhinein festgestellt haben, dass genau dieser „kleine Tag" im vergangenen Jahr der friedlichste aller Tage gewesen ist und die Menschen an diesem Datum glücklich gewesen sind.

Man kann der Musikpädagogin Gaby Jansen nur zu ihrer thematisch einfühlsamen Musicalauswahl für ihren Unterstufenchor gratulieren. Sich selbst in seiner Individualität so anzunehmen, wie man ist, gehört zu den zentralen Fragestellungen, mit denen sich die Jungen und Mädchen entwicklungspsychologisch in dieser Altersstufe auseinandersetzen. „Du bist wichtig und bedeutsam, genau so wie Du bist!", ist die Mut machende Erkenntnis dieses Kindermusicals. Dass diese Botschaft auch schon von jüngeren Kindern verstanden wird, zeigte die gebannte Konzentration, mit der bereits die jüngsten Zuschauer, die direkt vor der Bühne sitzen durften, das Stück verfolgten. Für die vielen erwachsenen Zuschauer, die sich im ausverkauften Forum des Gymnasiums eingefunden hatten, thematisiert das Werk parallel dazu tiefer liegende Fragen danach, was eigentlich wichtige Werte im menschlichen Zusammenleben sind. Dass auch die älteren Schülerinnen und Schüler dieses Projekt nicht als „Kinderkram" empfanden, zeigte sich darin, dass sie sich von ihrer Musiklehrerin bereitwillig in den unterschiedlichsten Bereichen (Technik, Bühnenbild, Plakatgestaltung, Sologesang, Getränkeverkauf) hatten einbinden lassen. Diese Gemeinschaftsproduktion illustriert zudem noch einmal sehr eindrücklich das hervorragende Schulklima, das am Johanneum herrscht.

Musikalisch bietet „Der kleine Tag" Raum eine ansprechende Verbindung aus kindgerechten, eingängigen Melodien, die von den Chorsängerinnen sehr sauber vorgetragen wurden, und anspruchsvolleren Instrumental-Zwischenspielen, welche als atmosphärische Überleitungen zwischen den einzelnen Szenen fungieren. Das Orchester, das sich hauptsächlich aus musikalischen Lehrerkollegen zusammensetzte, beeindruckte dabei durch seine ausdrucksstarke Interpretation.  Den jungen Chorsängerinnen, die mit diesem Projekt ihre ersten Bühnenerfahrungen sammeln konnten, merkte man ihre Begeisterung für „ihr" Musical deutlich an. Positiv hervorzuheben ist zudem, dass das ausgewählte Stück Raum für viele Akteure bot, so dass eine ganze Reihe von Schülern die Gelegenheit hatten, sich ihren Lehrern, Eltern und Mitschülern einmal in einem anderen Licht zu präsentieren als während des normalen Schulalltags. Die Herausforderungen, die der kleine Tag bestehen muss, sowie die unterschiedlichen Gefühle von Angst bis Zuversicht vermochten die souverän agierenden Darsteller auch schauspielerisch überzeugend überzubringen. Diese abwechslungsreiche Mischung von erzählender Darstellung, Schauspiel, Instrumentalmusik  sowie Chor- und Sologesang forderten die jungen Darsteller auf vielen Ebenen und machten diesen Musicalabend zu einem unterhaltsamen Erlebnis nicht ohne Tiefgang für alle Altersstufen.